Wir hatten bereits gedacht, dass es uns schwerfallen würde, Abschied von Island zu nehmen. An diesem Morgen merken wir jedoch, dass es Island scheinbar ebenso schwer fällt, uns loszulassen. Einige Fragen schwirren uns im Kopf umher, die wir mit auf die Fähre nehmen: Haben wir uns verändert? Hat die Welt sich verändert? Was hat sich durch die Reise verändert? Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und das Wasser liegt spiegelglatt im Hafen. Schweigend packen wir zum letzten Mal unsere Zelte zusammen, schieben uns zwischen den anderen Autos auf die Fähre und spüren die Wehmut des Abschieds. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass dies kein Abschied für immer ist. Denn wir werden zurückkehren – dabei sind wir uns mehr als sicher. Wir sind froh, dass wir nicht direkt zurück nach Deutschland fliegen, sondern zwei Tage auf der Fähre haben, um die Insel langsam hinter uns zu lassen.

Jeder Tag hier war anders als der vorherige und jedes Abenteuer auf seine Weise einzigartig. Reykjavík hat uns mit seiner offenen, spannenden Energie empfangen und der Golden Circle war abenteuerlich, aber oft zu überlaufen, für uns aus dem ruhigen Osten und Norden kommend manchmal zu viel. Ruhe fanden wir erst wieder in den Ostfjorden, wo wir die Möglichkeit hatten, uns Zeit für uns zu nehmen, die Steine zu berühren, den Sand, das Moos, das Wasser zu spüren, den Wind und den Vögeln zuzuhören und die Elfen in den Nordlichtern tanzen zu sehen.

Wir hatten unfassbares Glück. Mit der Insel, die uns so freundlich empfanden hat, aber besonders mit all den Menschen, die uns vor und während unserer Reise unterstützt und diesen Traum erst möglich gemacht haben. Wir sind trotz Krankheiten noch da und durften das alles erleben. Vor allem wegen der riesigen Unterstützung der Menschen, die an uns geglaubt haben.

Wir wünschen uns den Rest der Welt mehr wie Island: offener, gastfreundlicher und ein bisschen herzlicher. Genauso wie wir die Isländer erlebt haben, mit denen wir uns die Hot Pots geteilt hatten. Ihren Respekt vor anderen und vor allem vor der Natur, nehmen wir in unseren Herzen mit und wollen diesen auch in Deutschland leben. Island liegt hinter uns und wir fahren übers Meer, den Kopf voller Bilder und das Herz voll Gefühl. Wir hoffen, andere fühlen sich angesprochen und fassen trotz Erkrankung den Mut, die Dinge zu tun, von denen sie träumen. Wir wissen jedenfalls, dass wir noch viel vorhaben.

Ganz nach dem Motto: Don’t dream it – Do it.